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Agentic Commerce: Was bedeutet das für kleine Einzelhändler?

Lisa Frolova
29 Okt. 2026

Okay, wir wissen, was Sie gerade denken: Was um alles in der Welt ist Agentic Commerce? Es ist völlig verständlich, wenn Sie der Fachbegriff etwas verwirrt, und Sie haben auch noch nicht viel verpasst. Der Begriff ist erst 2025 so richtig bekannt geworden, es ist also noch ein recht neues Konzept. Einfach gesagt: Beim Agentic Commerce übernimmt die KI das Einkaufen für Ihre Kundschaft. Statt selbst zu suchen, zu scrollen und zu vergleichen, bitten Kundinnen und Kunden eine KI, das Passende zu finden, zu prüfen, ob es vorrätig und in der richtigen Größe verfügbar ist, und es in manchen Fällen sogar direkt zu kaufen.

Was bedeutet das für Sie? Vor allem verändert sich dadurch, wie Ihre Kundschaft Ihr Geschäft online findet. Statt selbst bei Google zu suchen, verlassen sich immer mehr Menschen auf KI, um ihren nächsten Einkauf zu finden. Die gute Nachricht: Kleine Einzelhändler sind dadurch nicht automatisch aus dem Rennen. KI-Tools setzen nicht nur auf die großen Namen, sondern auf die Geschäfte, deren Informationen sie wirklich verstehen. Wenn Ihr Warenbestand stimmt und Ihre Öffnungszeiten korrekt sind, haben Sie also gute Chancen, dazuzugehören.

Und da Agentic Commerce in Deutschland noch ganz am Anfang steht, haben sich die meisten Geschäfte noch kaum damit beschäftigt. Schon mit ein paar kleinen Änderungen sind Sie also einen Schritt voraus. Bereit, Ihr Geschäft fit für die KI zu machen, und zwar so, wie es am besten zu Ihnen passt?

Was ist Agentic Commerce?

Wie nutzt man also einen KI-Agenten zum Einkaufen? Schauen wir uns das genauer an. Wahrscheinlich haben Sie schon einmal einen KI-Chatbot genutzt, ob ChatGPT oder das kleine Chatfenster auf der Website eines Shops. Sie stellen eine Frage, bekommen eine Antwort, und danach liegt es an Ihnen, das Produkt zu finden und zu kaufen. Kommt Ihnen bekannt vor, oder? KI-Agenten funktionieren ähnlich, aber mit ein paar entscheidenden Unterschieden.

Ein KI-Agent erledigt die Arbeit für Sie. Bitten Sie ihn zum Beispiel um eine wasserdichte Outdoorjacke für unter 150 Euro, die Sie am Wochenende abholen können, durchsucht er verschiedene Geschäfte, vergleicht Preise und Bewertungen, prüft, was in der Nähe vorrätig ist, und schließt in manchen Fällen sogar den Kauf für Sie ab.

Aber Moment, vielleicht fragen Sie sich jetzt: Was genau ist eigentlich ein KI-Agent? Der Begriff mag zunächst abschrecken, doch KI-Agenten stecken längst in Tools, die viele Menschen ohnehin nutzen, wie ChatGPT, dem KI-Modus von Google oder Gemini. Laut Bitkom nutzen inzwischen 58 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren KI, und ein Drittel sogar mindestens einmal pro Woche. Ihre Kundschaft nutzt also womöglich schon KI-Agenten, ohne sie überhaupt so zu nennen, und muss dafür nicht einmal etwas zusätzlich herunterladen.

Und die großen Tech-Unternehmen setzen voll darauf. McKinsey schätzt, dass Agentic Commerce bis 2030 weltweit Umsätze von 3 bis 5 Billionen US-Dollar steuern könnte, und Google, OpenAI, Amazon, Microsoft und Shopify haben im vergangenen Jahr allesamt Shopping-Agenten oder die Technologie dahinter auf den Markt gebracht.

Wo steht Deutschland aktuell?

Wie gesagt: Agentic Commerce steckt noch in den Kinderschuhen, Sie verpassen also noch nichts. In den meisten Fällen können Kundinnen und Kunden in Deutschland derzeit noch keinen KI-Agenten für sich einkaufen lassen. Die Tools, mit denen eine KI im Namen der Kundschaft bezahlen kann, sind bislang vor allem in den USA verfügbar, und die großen Kartenanbieter beginnen gerade erst, sie in Europa zu testen.

Selbst in den USA lief nicht alles glatt. ChatGPT ermöglichte eine Zeit lang Einkäufe direkt im Chat, doch OpenAI hat das Anfang 2026 wieder zurückgefahren. Wer heute in ChatGPT ein Produkt findet, wird in der Regel zum Bezahlen auf die Website des Shops weitergeleitet, ganz so, als hätte er auf einen Link bei Google geklickt.

Aber Achtung: Auch wenn die KI noch nicht selbst einkauft, hilft sie bereits dabei, Kaufentscheidungen zu treffen. Und wir alle wissen, wie schnell sich Technologie weiterentwickelt, deshalb lohnt es sich, gut informiert und vorbereitet zu sein. So nutzen laut Bitkom bereits 35 Prozent der KI-Nutzerinnen und -Nutzer KI, um sich bei Kaufentscheidungen helfen zu lassen.

Unterm Strich heißt das: Immer mehr Menschen lassen sich von KI helfen, wenn sie entscheiden, was sie kaufen, und Unternehmen sollten sich deshalb Gedanken darüber machen, wie ihre Produkte gefunden werden.

Warum das für kleine Geschäfte wichtiger ist, als Sie denken

Vielleicht denken Sie jetzt, das sei eher ein Thema für die großen Händler, schließlich arbeiten Riesen wie Etsy mit Google und OpenAI zusammen, und Amazon entwickelt seinen eigenen KI-Shopping-Assistenten. Doch Sie brauchen keine große Partnerschaft, um gefunden zu werden. KI-Tools durchforsten das gesamte Web, von Shop-Websites und Onlineshops bis hin zu Google-Einträgen. Es gibt also gute Gründe, warum das Thema für kleinere, unabhängige Geschäfte wie Ihres genauso wichtig ist. Das sollten Sie wissen:

Wer über KI kommt, ist kaufbereit. Wer Ihr Geschäft über ein KI-Tool findet, hat sich in der Regel bereits informiert und steht oft kurz vor der Kaufentscheidung. Im US-Weihnachtsgeschäft 2025 war die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs bei Kundinnen und Kunden, die über ein KI-Tool auf die Website eines Shops kamen, sogar um 31 Prozent höher als bei allen anderen.

KI-Tools wählen nicht automatisch die größten Geschäfte. Bei einer normalen Suchmaschine landen oft große Marken mit großen Marketingbudgets ganz oben. Fragt jemand ein KI-Tool aber: „Wo kann ich dieses Brettspiel heute in Leipzig kaufen?“, sucht es nach der besten Antwort, nicht nach dem größten Namen. Ein Geschäft vor Ort, das klar zeigt, dass es das Spiel vorrätig hat, kann also noch vor einer bundesweiten Kette empfohlen werden.

Aber KI kann nur empfehlen, was sie auch findet. KI arbeitet nur dann für Sie, wenn Ihre Informationen online verfügbar, detailliert und korrekt sind. Ihr Online-Auftritt muss also tipptopp sein. Doch wie sieht ein guter Onlineshop heute aus?

Die neuen Regeln, um gefunden zu werden

Im Kern verändert Agentic Commerce, was es heißt, online sichtbar zu sein. Es geht nicht mehr nur darum, bei Google ganz oben zu landen, sondern darum, das Geschäft zu sein, dem ein KI-Agent genug vertraut, um es zu empfehlen. Und glauben Sie uns: KI-Agenten können ziemlich wählerisch sein. Darauf achten sie:

Genaue, detaillierte Produktinformationen: KI-Agenten lesen Produktinformationen viel wörtlicher als Menschen. Ein Mensch versteht vielleicht, dass „Pullover navy, M“ ein dunkelblauer Strickpullover in Größe M ist. Ein Agent braucht alles ausgeschrieben: Material, Farbe, Größe, Preis und Verfügbarkeit. Je vollständiger Ihre Produktangaben sind, online wie in Ihrem Kassensystem, desto leichter kann ein Agent Sie mit der passenden Kundschaft zusammenbringen.

Aktuelle Bestandsdaten: Hier können kleine Einzelhändler richtig punkten. Immer mehr Menschen fragen KI-Tools, ob etwas noch heute in der Nähe erhältlich ist. Sind Ihre Bestände korrekt und online sichtbar, können Sie diese Frage besser beantworten als ein Lager, das drei Tage für die Lieferung braucht. Doch Genauigkeit ist entscheidend. Die Geduld mit KI, die Fehler macht, ist gering, und wenn ein empfohlenes Produkt dann doch ausverkauft ist, wirft das ein schlechtes Licht auf alle Beteiligten. Mit einem Epos Now Kassensystem für den Einzelhandel wird Ihr Bestand bei jedem Verkauf aktualisiert, damit das, was Agenten sehen, auch wirklich in Ihren Regalen liegt.

Klare Richtlinien und aktuelle Angaben: Bevor sie ein Geschäft empfehlen, tragen Agenten alles zusammen, was Kundinnen und Kunden wissen möchten: Versandoptionen, Click & Collect, Rückgaberegeln, Öffnungszeiten und Zahlungsmethoden. Sorgen Sie dafür, dass diese Informationen auf Ihrer Website und in Ihrem Google-Unternehmensprofil leicht zu finden und überall einheitlich sind.

Eine Möglichkeit, online zu kaufen: Auch wenn die meisten Agenten Kundinnen und Kunden zum Abschließen des Kaufs derzeit auf Ihre Website schicken, brauchen sie einen Ort, an den sie sie weiterleiten können. Wenn Sie noch keinen Onlineshop haben, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, darüber nachzudenken, ebenso wie über die Möglichkeit, Zahlungen online anzunehmen.

Welche Rolle spielt Ihr Ladengeschäft?

Wenn Sie ein Ladengeschäft führen, fragen Sie sich vielleicht, wo Sie das alles hinführt. Die Antwort: Ihr Geschäft spielt weiterhin eine große Rolle.

Zunächst einmal findet der Großteil des Einkaufs in Deutschland nach wie vor im stationären Handel statt. Laut HDE entfielen 2025 rund 92 Milliarden Euro der insgesamt 678 Milliarden Euro Einzelhandelsumsatz auf den Onlinehandel, also nur etwa jeder siebte Euro. Und die Kundschaft ist noch nicht bereit, der KI alles zu überlassen: Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) kaufen gerade einmal 6,3 Prozent der Online-Kunden über KI-Plattformen ein.

Was sich wahrscheinlich ändern wird, ist der Grund, warum Menschen zu Ihnen kommen. Ein Bericht von McKinsey und ICSC aus dem Jahr 2026 zeigt: Je mehr Recherche die KI übernimmt, desto zielgerichteter werden Einkäufe vor Ort, und sie lassen sich meist einer von zwei Kategorien zuordnen: Bequemlichkeit oder Entdeckung. Beim bequemen Einkauf geht es darum, etwas schnell zu bekommen und sicher zu sein, dass es vorrätig ist. Genau das gehört für Kundinnen und Kunden zu den wichtigsten Kriterien. Beim Entdecken steht das Erlebnis im Vordergrund: stöbern, sich beraten lassen und etwas finden, von dem man gar nicht wusste, dass man es haben möchte.

Gut zu wissen ist außerdem, dass KI besonders bei Käufen hilft, die etwas Recherche erfordern, etwa beim Preisvergleich zwischen vielen Geschäften oder beim Abgleich von Größen und technischen Details. Denken Sie an das beste Angebot für einen neuen Laptop oder an Wanderschuhe in der richtigen Größe. Wenn Sie solche Produkte verkaufen, können aktuelle Bestands- und Produktdaten online dafür sorgen, dass die KI diese Kundschaft direkt zu Ihnen schickt.

Die meisten unabhängigen Geschäfte bieten ein bisschen von beidem, Bequemlichkeit und Entdeckung, und das ist eine echte Stärke. Nur weil Agentic Commerce wächst, müssen Sie Ihr Ladengeschäft also keineswegs aufgeben. Es geht vielmehr darum, klar zu zeigen, was einen Besuch bei Ihnen lohnenswert macht, und dafür zu sorgen, dass Kundinnen und Kunden (und KI-Tools) das schon sehen, bevor sie überhaupt durch Ihre Tür kommen.

Was sollten kleine Einzelhändler jetzt tun?

Uns ist bewusst, dass sich gerade vieles sehr schnell verändert und das alles wahrscheinlich Neuland für Sie ist. Doch Sie sind damit nicht allein, und Sie müssen kein Technikprofi sein, um Schritt zu halten. Sie müssen weder Ihr ganzes Geschäft umkrempeln noch jede neue Technologie verstehen. Gehen Sie einfach Schritt für Schritt vor, und Sie werden schnell merken, dass Sie deutlich besser aufgestellt sind. Hier ein paar Ideen:

  1. Bringen Sie Ihre Produktdaten auf Vordermann: Sorgen Sie dafür, dass jedes Produkt in Ihrem Kassensystem und Onlineshop einen klaren Namen, eine Beschreibung und einen Preis hat, und gegebenenfalls auch Größe und Farbe. Ergänzen Sie Fotos und alle weiteren wichtigen Details.
  2. Halten Sie Ihre Bestände aktuell: Regelmäßige Inventuren und ein System, das sich bei jedem Verkauf aktualisiert, sorgen dafür, dass sich Agenten (und Ihre Kundschaft) auf das verlassen können, was sie sehen. Unser Leitfaden So führen Sie eine Halbjahresinventur durch ist ein guter Ausgangspunkt.
  3. Prüfen Sie Ihren Online-Auftritt: Fragen Sie einen KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini nach Ihrem Geschäft und schauen Sie, was dabei herauskommt. Das geht ganz einfach und zeigt Ihnen schnell, was noch fehlt.
  4. Machen Sie es leicht, online bei Ihnen zu kaufen: Schon ein einfacher Onlineshop mit Click & Collect gibt Agenten einen Ort, an den sie Kundinnen und Kunden schicken können.
  5. Setzen Sie auf das, was Sie menschlich macht: Am Ende sind es Fachwissen, guter Service und persönliche Nähe, die Menschen immer wieder zu Ihnen bringen, ganz egal, wie sie Sie zuerst gefunden haben.

Was Agentic Commerce für Sie bedeutet

Im Moment lernen KI-Tools noch, welchen Geschäften sie vertrauen können, und die Geschäfte, die sie jetzt kennenlernen, werden sie später wahrscheinlich auch empfehlen. Deshalb lohnt es sich, früh anzufangen. Wenn KI-gestütztes Einkaufen in Deutschland ankommt, sind die Geschäfte mit verlässlichen Bestandsdaten und aktuellen Angaben bestens darauf vorbereitet, das Beste daraus zu machen.

Genau hier kommt Ihr Kassensystem ins Spiel. Mit Epos Now haben Sie Warenbestand, Verkäufe und Onlineshop an einem Ort, damit die Informationen, die Ihre Kundschaft und KI-Tools sehen, immer aktuell sind. Und wenn Sie das umsatzstarke Jahresende optimal nutzen möchten, lesen Sie unseren Beitrag So bereiten Sie Ihren Einzelhandel für den Herbst vor.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Agentic Commerce?

Beim Agentic Commerce übernehmen KI-Tools einen Teil oder das gesamte Einkaufen für die Kundschaft. Statt Produkte selbst zu suchen und zu vergleichen, bitten Kundinnen und Kunden ein KI-Tool wie ChatGPT oder Gemini, das Passende zu finden, Preise zu vergleichen, den Bestand zu prüfen und es in manchen Fällen sogar für sie zu kaufen.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen einem KI-Chatbot und einem KI-Agenten?

Ein Chatbot beantwortet Fragen: Wenn Sie ihn nach Outdoorjacken fragen, schlägt er Ihnen ein paar Optionen vor, und danach liegt es an Ihnen, eine zu finden und zu kaufen. Ein KI-Agent geht einen Schritt weiter und erledigt die Arbeit für Sie, etwa indem er verschiedene Geschäfte durchsucht, Preise vergleicht und prüft, was in der Nähe vorrätig ist. Viele Tools, wie ChatGPT und Gemini, können inzwischen beides.

 

 

Können KI-Agenten in Deutschland schon für Kundinnen und Kunden einkaufen?

In den meisten Fällen noch nicht. Die Tools, mit denen eine KI im Namen der Kundschaft Käufe abschließen kann, sind bislang vor allem in den USA verfügbar, und die großen Kartenanbieter beginnen gerade erst, sie in Europa zu testen. In Deutschland nutzen Kundinnen und Kunden KI derzeit vor allem, um Produkte zu recherchieren, Preise zu vergleichen und zu entscheiden, wo sie einkaufen, bevor sie auf der Website des Shops oder vor Ort kaufen.

 

 

 

Wie entscheiden KI-Tools, welche Geschäfte sie empfehlen?

KI-Tools greifen auf Informationen aus dem gesamten Web zurück, darunter Shop-Websites, Onlineshops und Google-Einträge. Sie empfehlen vor allem Geschäfte mit klaren, korrekten und aktuellen Informationen, etwa detaillierten Produktbeschreibungen, aktuellen Bestandsdaten, richtigen Öffnungszeiten sowie klaren Versand- und Rückgaberegeln.

 

 

Ist Agentic Commerce nur für große Händler relevant?

Nein. Zwar arbeiten einige große Unternehmen direkt mit KI-Anbietern zusammen, doch KI-Tools setzen nicht nur auf die großen Namen. Ein kleines, unabhängiges Geschäft mit korrekten Produkt- und Bestandsdaten kann durchaus vor einer bundesweiten Kette empfohlen werden, vor allem, wenn jemand etwas in der Nähe sucht.