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Boxing-Day-Sales: So planen kleine Geschäfte ihren Warenbestand

Lisa Frolova
2 Nov. 2026

In Großbritannien ist der 26. Dezember als Boxing Day bekannt, der Tag, an dem traditionell der große Ausverkauf nach Weihnachten beginnt. Hierzulande bleiben die Läden am Zweiten Weihnachtsfeiertag zwar geschlossen, doch ab dem 27. Dezember geht es auch bei uns richtig los. Weihnachten ist vorbei, aber die Feiertage sind noch nicht ganz zu Ende. Viele Menschen haben frei, suchen nach einer Beschäftigung und machen sich auf den Weg in die Geschäfte.

Und für den Einzelhandel ist diese Zeit nach wie vor enorm wichtig. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) sind die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, mancherorts sogar bis Dreikönig, erfahrungsgemäß sehr umsatzstark, da viele Kundinnen und Kunden Urlaub haben und ihre Bargeldgeschenke ausgeben oder Gutscheine einlösen. Kein Wunder, denn Gutscheine waren auch 2025 das beliebteste Weihnachtsgeschenk der Deutschen.

Doch seien wir ehrlich: Die Tage nach Weihnachten haben es in sich. Sie verkaufen, tauschen um und räumen gleichzeitig Ihr Lager. Manche Kundinnen und Kunden sind auf Schnäppchenjagd, andere bringen Geschenke zurück, die nicht ganz ins Schwarze getroffen haben, und wieder andere haben Gutscheine in der Tasche.

Dann stellt sich noch die Frage, was mit all der Weihnachtsware passieren soll. Kurz nach Weihnachten wirken festliche Geschenke und Dekorationen schon etwas aus der Zeit gefallen, sind aber gerade noch aktuell. Im Januar sucht dagegen kaum noch jemand nach Lametta oder Adventskalendern. Was übrig bleibt, braucht also entweder einen größeren Rabatt oder wandert bis zum nächsten Jahr in den Karton. Gleichzeitig möchten Sie natürlich keine Preise für Artikel senken, für die Ihre Kundschaft gern den vollen Preis zahlen würde. Kurz gesagt: ein echter Balanceakt!

Wie schaffen Sie es also als kleines Geschäft, all das unter einen Hut zu bringen und das Beste aus diesen Tagen herauszuholen? Kleiner Spoiler: Die Planung beginnt lange, bevor alle mit dem Weihnachtsessen fertig sind.

Warum die Tage nach Weihnachten einen eigenen Plan brauchen

Die Tage nach Weihnachten geraten leicht in Vergessenheit. Nach dem ganzen Trubel der Festtage sind viele Menschen ziemlich erledigt, und die Zeit „zwischen den Jahren” plätschert oft einfach so dahin, meist mit Sofa, einem Winterspaziergang und reichlich Resten vom Festessen. Doch geben Sie Menschen ein paar freie Tage und etwas Weihnachtsgeld, und viele von ihnen landen früher oder später in der Stadt. Und weil diese Tage so ungeplant sind, lassen sich die Kundinnen und Kunden, die Ihr Geschäft betreten, meist in ganz unterschiedliche Gruppen einteilen:

  • Schnäppchenjäger, die gezielt wegen der reduzierten Ware kommen
  • Umtauscher, die unerwünschte Geschenke umtauschen oder zurückgeben möchten
  • Gutscheineinlöser, die gerade Geld oder einen Gutschein für Ihr Geschäft geschenkt bekommen haben

Deshalb lohnt sich ein eigener Plan für die Zeit nach Weihnachten, denn sie funktioniert nach völlig anderen Regeln als die Wochen davor.

1. Schauen Sie sich an, was über Weihnachten verkauft wurde

Bevor Sie irgendetwas entscheiden, werfen Sie einen Blick auf Ihre Verkäufe von Black Friday bis Heiligabend. Was lief gut? Was nicht? Und was wird nach Weihnachten voraussichtlich übrig sein?

Wenn Sie die Zahlen aus dem Vorjahr haben, schauen Sie sich auch an, was zwischen den Jahren verkauft wurde. Vielleicht stellen Sie fest, dass vor allem reduzierte Weihnachtsartikel gefragt waren, oder dass Ihre Kundschaft die Zeit genutzt hat, um sich mit Alltagsartikeln einzudecken. So oder so erfahren Sie, weshalb Ihre Kundinnen und Kunden tatsächlich zu Ihnen kommen.

2. Entscheiden Sie, was reduziert wird

Man könnte meinen, dass nach Weihnachten einfach alles reduziert werden sollte. Doch ist das wirklich die beste Lösung? Das Problem dabei: Es kann Sie viel Marge kosten, ohne deutlich mehr Kundschaft anzulocken. Besser ist es meist, Ihren Bestand in Gruppen einzuteilen und jede davon unterschiedlich zu behandeln:

  • Weihnachtsware: Dekoration, festliche Geschenksets, Adventskalender und alles andere, was sich nach dem 25. Dezember nicht mehr zum vollen Preis verkaufen lässt. Hier sollten die Rabatte am höchsten sein.
  • Ladenhüter: Alles, was schon länger im Regal liegt. Der Ausverkauf ist eine gute Gelegenheit, diese Artikel endlich loszuwerden und Platz sowie Kapital freizumachen.
  • Winterware: Mäntel, Stiefel, Handschuhe und Co. haben noch ein paar Monate Saison vor sich. Ein kleinerer Rabatt (oder gar keiner) ist hier oft sinnvoller.
  • Bestseller und Standardsortiment: Diese Artikel verkaufen sich ohnehin, daher müssen Sie die Preise hier kaum senken.

Statt also wahllos alles zu reduzieren, sollten Sie nur dort Rabatte geben, wo sie wirklich etwas bewirken. Und wenn Sie bei der Durchsicht auf einen Berg an Ladenhütern stoßen, hilft Ihnen unser Leitfaden zur Halbjahresinventur, Ihren Bestand künftig besser im Griff zu behalten.

3. Überlegen Sie zweimal, bevor Sie nachbestellen

Sie wollen gerade auf „Bestellen” klicken? Moment mal! Es ist verlockend, für den Ausverkauf jede Menge zusätzliche Ware zu ordern, aber eine kurze Rechnung lohnt sich vorher. Angenommen, Sie kaufen einen Artikel für 10 Euro ein und verkaufen ihn normalerweise für 20 Euro. Mit 30 Prozent Rabatt verkaufen Sie ihn für 14 Euro und verdienen damit nur noch 4 Euro statt 10 Euro. Das kann sich trotzdem lohnen, wenn sich der Artikel in großen Mengen verkauft, aber nicht, wenn die Hälfte davon den ganzen Januar über im Regal liegt, der ohnehin oft zu den ruhigsten Monaten des Jahres gehört.

Wenn Sie sich doch für eine Nachbestellung entscheiden, setzen Sie auf Artikel, die sich im Ausverkauf immer gut verkaufen, und bestellen Sie lieber etwas weniger, als Sie zu brauchen glauben. Wenn ein Artikel ausverkauft ist, geht die Welt nicht unter, aber auf einem Berg davon im Januar sitzen zu bleiben, ist deutlich ärgerlicher. Prüfen Sie außerdem, wann Ihre Lieferanten über die Feiertage schließen, damit Ihre Ware auch rechtzeitig ankommt. Und wenn Sie auch für Black Friday planen, werfen Sie einen Blick auf unseren Leitfaden zum Lagerbestand für den Black Friday.

4. Denken Sie daran: Es ist nicht nur ein Tag

Wenn wir von den Tagen nach Weihnachten sprechen, meinen wir eigentlich die ganze Zeit zwischen den Jahren. Diese besondere Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist Hochsaison für den Einzelhandel, und in vielen Geschäften läuft der Ausverkauf noch bis weit in den Januar hinein.

Was bedeutet das für Sie? Statt gleich am 27. Dezember alles auf die Fläche zu bringen, lohnt es sich, etwas Ware zurückzuhalten. Wenn Sie Ihre Sale-Ständer und Displays in den folgenden Tagen auffüllen, haben Ihre Kundinnen und Kunden einen Grund, noch einmal vorbeizuschauen. Und Ihr Geschäft sieht auch am 30. Dezember noch voll und einladend aus, statt wie die letzten Plätzchen ganz unten in der Dose.

5. Zählen Sie Ihren Bestand vor Weihnachten

Jetzt ist nicht die Zeit für Schlamperei! Stellen Sie sich vor: Es ist der Morgen des 27. Dezember, und eine Kundin fragt nach den reduzierten Stiefeln, die laut Ihrem System noch vorrätig sind. Doch dann stellen Sie fest, dass sie schon vor Wochen verkauft wurden. Zum Glück reicht eine kurze Zählung in der Woche vor Weihnachten, um genau das zu vermeiden. Eine vollständige Inventur ist dafür nicht nötig: Prüfen Sie einfach die Artikel, die in den Ausverkauf gehen, und Ihre Bestseller.

Wenn Sie auch online verkaufen, ist das umso wichtiger, denn viele Menschen stöbern schon an den Feiertagen vom Sofa aus durch die Angebote. Aber dafür haben wir genau die richtige Lösung! Mit einem Epos Now Kassensystem für den Einzelhandel wird Ihr Bestand bei jedem Verkauf automatisch aktualisiert, damit Sie denselben Pullover nicht zweimal verkaufen.

6. Planen Sie für Umtausch und Gutscheine

Unser bester Rat: Stellen Sie sich auf Umtauschwünsche ein, denn nicht jedes Geschenk wird ein Volltreffer. Gut zu wissen: Bei einwandfreier Ware haben Kundinnen und Kunden im stationären Handel grundsätzlich keinen Anspruch auf Umtausch, viele Händler kommen ihnen gerade zu Weihnachten aber aus Kulanz entgegen. Legen Sie daher klar fest, welche Regeln in Ihrem Geschäft gelten, und sorgen Sie dafür, dass Ihr Team sicher und souverän mit Umtauschwünschen umgeht. Prüfen Sie zurückgebrachte Artikel außerdem schnell, denn alles in einwandfreiem Zustand kann meist direkt zurück ins Regal (und vielleicht sogar in den Sale). In unserem Leitfaden zum Umgang mit Geschenkrückgaben finden Sie weitere Tipps.

Dann gibt es noch die Gutscheineinlöser, die oft die entspanntesten Kundinnen und Kunden der ganzen Woche sind. Sie sind nicht unbedingt auf Schnäppchen aus, sondern suchen etwas, das ihnen wirklich gefällt, und geben dafür oft gern mehr aus als den Wert ihres Gutscheins. Sorgen Sie also dafür, dass Sie genug von Ihren beliebten Artikeln zum vollen Preis vorrätig haben, damit Sie für jede Kundin und jeden Kunden das Passende im Angebot haben.

7. Bringen Sie Ihr Team auf den gleichen Stand

In dieser Zeit sollte Ihr ganzes Team genau wissen, was zu tun ist. Schauen Sie sich die Verkäufe aus dem Vorjahr an, um Ihre umsatzstärksten Stunden zu erkennen, und planen Sie Ihren Dienstplan entsprechend, damit nicht nur eine Person an der Kasse steht, während sich eine Schlange bildet.

Gehen Sie vor der Öffnung gemeinsam durch, welche Artikel reduziert sind, wie hoch die Rabatte sind und wie Umtausch und Rückgaben ablaufen. Eine zehnminütige Besprechung erspart Ihnen später viel Verwirrung.

Und bevor wir es vergessen: Stellen Sie sicher, dass Ihre Kassen und Kartenterminals für den Ansturm bereit sind, denn eine lange Schlange an der Kasse ist einer der schnellsten Wege, einen Verkauf zu verlieren. Wie Sie Zahlungsausfälle in Stoßzeiten vermeiden, erfahren Sie in unserem Beitrag zu Kartenzahlungen während der Stoßzeiten.

Nach dem Ausverkauf: Erst zurückblicken, dann weitermachen

Während Sie hart gearbeitet haben, war auch Ihr Kassensystem fleißig. Es hat im Hintergrund jeden einzelnen Verkauf der letzten Tage erfasst. Doch diese Zahlen bringen wenig, wenn sie ungelesen in einem Bericht schlummern, und mit dem Winterschlussverkauf direkt vor der Tür ist jetzt der perfekte Moment, sie zu nutzen. Ein paar Dinge, die Sie klären sollten, solange alles noch frisch ist:

  • Was passiert mit den Restbeständen? Wandert die Weihnachtsware in den Karton fürs nächste Jahr, oder lohnt sich im Januar ein weiterer Preisnachlass? Und könnten ein paar Ladenhüter als Bundle besser laufen?
  • Welche Rabatte sollten Sie wiederholen? Wenn sich ein Artikel mit 20 Prozent Rabatt genauso gut verkauft hat wie mit 40 Prozent, ist das fürs nächste Jahr sehr hilfreich zu wissen.
  • Was sollten Sie nachbestellen? Alles, was schnell ausverkauft war, wird sich wahrscheinlich wieder gut verkaufen, also lohnt es sich, es lieber früher als später nachzuordern.

Und vergessen Sie nicht, sich mit Ihrem Team auszutauschen. Ihre Mitarbeitenden standen den ganzen Tag auf der Verkaufsfläche und haben Dinge bemerkt, die die Zahlen nicht zeigen, etwa an welchen Displays besonders viele Menschen stehen geblieben sind oder wonach gefragt wurde, das Sie nicht vorrätig hatten. Und wenn sich der Trubel gelegt hat, ziehen Sie Ihre Jahresabschlussberichte, um zu sehen, wie das gesamte Weihnachtsgeschäft gelaufen ist.

Ihr Plan für die Zeit nach Weihnachten

Die Tage nach Weihnachten müssen kein Reinfall sein. Mit etwas Planung und den richtigen Informationen können sie richtig gut für Ihr Geschäft laufen. Wenn Sie wissen, was über Weihnachten verkauft wurde, entscheiden, was reduziert wird (und was nicht), etwas Ware für die folgenden Tage zurückhalten und Ihr Team gut vorbereiten, sind Sie bestens aufgestellt. Und ganz egal, wie es läuft, Sie werden jede Menge für das nächste Jahr lernen.

Wenn es einen roten Faden gibt, der sich durch all das zieht, dann ist es das Wissen darüber, was tatsächlich in Ihren Regalen liegt. Genau hier kann Ihnen ein Epos Now Kassensystem helfen, denn es erfasst jeden Verkauf, jede Rückgabe und jede Online-Bestellung in Echtzeit. Und wenn Sie schon jetzt an die nächste Saison denken, finden Sie in unserem Beitrag So bereiten Sie Ihren Einzelhandel auf den Herbst vor weitere hilfreiche Tipps.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Boxing Day?

Der Boxing Day ist der 26. Dezember und in Großbritannien und anderen Ländern traditionell der Tag, an dem der große Ausverkauf nach Weihnachten beginnt. In Deutschland ist der 26. Dezember als Zweiter Weihnachtsfeiertag ein gesetzlicher Feiertag, an dem die Geschäfte geschlossen bleiben. Hierzulande beginnt die umsatzstarke Zeit nach Weihnachten daher meist am 27. Dezember.

 

 

Lohnt es sich, zwischen den Jahren zu öffnen?

Für viele kleine Geschäfte auf jeden Fall. Laut Handelsverband Deutschland (HDE) sind die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, mancherorts sogar bis Dreikönig, erfahrungsgemäß sehr umsatzstark, da viele Menschen Urlaub haben und Bargeldgeschenke ausgeben oder Gutscheine einlösen.

 

 

Welche Artikel sollte ich nach Weihnachten reduzieren?

Die höchsten Rabatte sollten Sie auf Weihnachtsware wie Dekoration und festliche Geschenksets geben, da sich diese nach dem 25. Dezember kaum noch zum vollen Preis verkaufen lassen. Auch Ladenhüter eignen sich gut für den Ausverkauf. Winterware, Bestseller und Ihr Standardsortiment verkaufen sich dagegen meist weiterhin gut, sodass hier ein kleinerer Rabatt (oder gar keiner) oft sinnvoller ist.

 

 

Sollte ich für den Ausverkauf zusätzliche Ware bestellen?

Nur, wenn sich die Rechnung lohnt. Wenn Sie Ware zum vollen Einkaufspreis bestellen und sie dann reduziert verkaufen, schrumpft Ihre Marge deutlich. Falls Sie nachbestellen, setzen Sie auf Artikel, die sich im Ausverkauf erfahrungsgemäß gut verkaufen, bestellen Sie lieber etwas weniger als gedacht und prüfen Sie frühzeitig, wann Ihre Lieferanten über die Feiertage schließen.

 

 

Muss ich Weihnachtsgeschenke umtauschen?

Bei einwandfreier Ware haben Kundinnen und Kunden im stationären Handel grundsätzlich keinen Anspruch auf Umtausch. Viele Händler bieten den Umtausch gerade zu Weihnachten aber aus Kulanz an. Ist die Ware mangelhaft, gilt das gesetzliche Gewährleistungsrecht. Im Online-Handel haben Kundinnen und Kunden zudem grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht von 14 Tagen.