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Warum die Zeitumstellung für Ihr Unternehmen wirklich wichtig ist

Lisa Frolova
9 Okt. 2026

In der Nacht auf Sonntag, den 25. Oktober 2026, werden die Uhren um 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt, und die Folgen für dein Unternehmen solltest du nicht verschlafen. Man tut die Zeitumstellung schnell als eine Stunde mehr Schlaf im Oktober und eine Stunde weniger im März ab, doch sie kann sich ganz real auf dein Geschäft auswirken. Wir zeigen dir, wie sich die Umstellung auf deinen Betrieb auswirkt und mit welchen Schritten der Übergang reibungslos gelingt.

Dieses Jahr lohnt sich zudem ein Blick in den Kalender. Am Samstag, den 31. Oktober, ist nicht nur Halloween, sondern auch Reformationstag, und der ist in neun Bundesländern ein gesetzlicher Feiertag: Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Dort bleiben die Geschäfte geschlossen. Am Sonntag, den 1. November, folgt Allerheiligen, ein Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Die dunkleren Abende beginnen also mitten in einer Woche, in der sich das Einkaufs- und Ausgehverhalten ohnehin verschiebt. Ein Grund mehr, die Auswirkungen der Zeitumstellung genau zu kennen.

Mehr als nur eine Stunde

Nach der Zeitumstellung wird es abends deutlich früher dunkel, oft schon gegen 17 Uhr, im Dezember im Norden und Osten sogar vor 16 Uhr. Der Einzelhandel verzeichnet in dieser Zeit nach Einbruch der Dunkelheit häufig weniger Kundschaft, während die Gastronomie oft vom Gegenteil profitiert: Die Menschen beenden den Stadtbummel früher und suchen sich lieber ein warmes Plätzchen drinnen. Dieselbe Stunde Dunkelheit kann also für den einen Betrieb eine schlechte und für den Nachbarn eine gute Nachricht sein. Entscheidend ist, vorbereitet zu sein.

Auch die Sicherheit spielt eine Rolle. Laut ADAC fällt der Berufsverkehr nach der Zeitumstellung genau in die Dämmerung, in der viele Wildtiere unterwegs sind. Allein 2024 gab es in Deutschland mehr als 276.000 Wildunfälle. Hinzu kommt das Thema Einbruch: Die Polizei warnt, dass Einbrecher die dunkle Jahreszeit im Schutz der frühen Dunkelheit nutzen. Nicht ohne Grund findet der bundesweite Tag des Einbruchschutzes jedes Jahr genau am Tag der Zeitumstellung statt, unter dem Motto „Eine Stunde mehr für mehr Sicherheit“. Wenn dein Betrieb oder der Arbeitsweg deines Teams in die Dunkelheit fällt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, deine Abläufe beim Ladenschluss zu überprüfen und deinem Team die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen in Erinnerung zu rufen.

So passt du deine Öffnungszeiten an

Die gute Nachricht: Du musst wegen der Zeitumstellung nicht gleich deine kompletten Öffnungszeiten umkrempeln. Du solltest aber berücksichtigen, wie sich die Gewohnheiten deiner Kundschaft verändern, und prüfen, ob deine Zeiten für die kommende Saison noch passen.

Überprüfe deinen Ladenschluss im Spätherbst: Wenn dein Geschäft von Laufkundschaft lebt, zum Beispiel ein Laden in der Fußgängerzone, war ein Ladenschluss um 20 Uhr im September vielleicht sinnvoll, als es abends noch lange hell war. Wenn es aber schon um 16:30 Uhr dunkel wird, könntest du das merken. Wenn du feststellst, dass die Kundenfrequenz dauerhaft sinkt, überlege, ob es sich eher lohnt, etwas früher zu schließen (und in den ruhigen Stunden Personal- und Energiekosten zu sparen) oder deine Schichten an den neuen Tagesrhythmus anzupassen.

Aktualisiere deine Öffnungszeiten überall dort, wo deine Kundschaft sie sieht: Wenn du deinen Ladenschluss änderst, reicht es nicht, nur dein Team zu informieren. Auch dein Google-Unternehmensprofil, deine Website und deine Social-Media-Kanäle müssen aktuell sein, sonst stehen Kundinnen und Kunden vor verschlossener Tür. Das gilt besonders rund um den 31. Oktober: Viele schauen online nach, ob ein Geschäft am Feiertag geöffnet hat.

In der Gastronomie: die Veränderung nutzen statt dagegen anzukämpfen: Kürzere Tage sind kein Grund, den Kopf hängen zu lassen. Dass die Menschen früher nach drinnen gehen, ist eine echte Chance. Dein abendlicher Ansturm beginnt vielleicht früher, also gilt es, vorbereitet zu sein. Plane genug Personal ein und biete unter der Woche ein paar Aktionen oder Events an, um noch mehr Gäste anzulocken. Halloween und das Feiertagswochenende liefern dir dieses Jahr den perfekten Anlass dafür, also lohnt es sich, Angebote und Dienstpläne frühzeitig zu planen.

Im Frühling gilt das Gegenteil: Wenn die Uhren am 28. März 2027 vorgestellt werden und die Abende plötzlich länger hell sind, kommt im Einzelhandel nach Feierabend meist wieder mehr Kundschaft, weil die Menschen länger draußen unterwegs sind. Manche Gastronomiebetriebe merken dagegen, dass sich ihr früher Abendansturm abschwächt, weil die Gäste länger draußen bleiben, bevor sie einkehren. Sei also bereit, wieder nachzujustieren!

Das Offensichtliche: Stell deine Uhren um: Dein Smartphone erledigt das von selbst, aber der Backofen, die Kasse oder der Videorekorder, der im Hinterzimmer Staub ansetzt, sind vielleicht nicht ganz so schlau. Wenn du eine Bäckerei oder einen anderen Betrieb mit frühem Arbeitsbeginn führst, stell sicher, dass wirklich alle im Team von der Umstellung wissen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn jemand eine Stunde zu früh (oder zu spät) auftaucht, weil niemand Bescheid gesagt hat!

So gelingt dir der Dienstplan

Mit dem Umstellen der Uhren allein ist es aber nicht getan, so wichtig es auch ist. Entscheidend sind nicht deine Öffnungszeiten, sondern ob dein Team da ist, wenn deine Kundschaft da ist. So bekommst du das hin:

Passe deinen Dienstplan schrittweise an, nicht auf einen Schlag: Statt den kompletten Plan am Tag der Zeitumstellung neu zu schreiben, verschiebe deine Hauptschicht in den ersten ein bis zwei Wochen um 30 bis 60 Minuten und beobachte, wie das zur Kundenfrequenz passt. Schließlich ändern sich die Gewohnheiten deiner Kundschaft auch nicht über Nacht. Das heißt aber nicht, dass du ewig Zeit hast.

Behalte Überstunden und Unterbesetzung im Blick, nicht nur die offensichtlichen Lücken: Man konzentriert sich schnell auf die Stunde, in der jetzt nichts mehr los ist. Die Kehrseite ist aber genauso wichtig: Ist deine neue Stoßzeit nicht richtig besetzt, zahlst du entweder ungeplante Überstunden, um die Lücke zu füllen, oder du verlierst Umsatz durch langsamen Service, und zwar genau in dem Zeitfenster, das du eigentlich nutzen solltest.

Prüfe Ankündigungsfristen und Mitbestimmung, bevor du Arbeitszeiten änderst: Grundsätzlich legst du als Arbeitgeber Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit im Rahmen deines Weisungsrechts fest, vorbehaltlich der Mitbestimmung des Betriebsrats. Hast du einen Betriebsrat, musst du ihn bei der Lage der Arbeitszeit beteiligen. Bei vereinbarter Arbeit auf Abruf musst du die Lage der Arbeitszeit mindestens vier Tage im Voraus mitteilen (§ 12 TzBfG). Schau außerdem in die Arbeitsverträge und einen eventuell geltenden Tarifvertrag, bevor du Änderungen festmachst.

Denk an den Feiertag: Wenn dein Betrieb in einem der neun Bundesländer liegt, in denen der Reformationstag ein Feiertag ist, fällt für den Einzelhandel dieses Jahr ein Samstag weg, und der Freitag davor dürfte entsprechend voller werden. Plane dafür mehr Personal ein. Arbeitet dein Team in der Gastronomie am Feiertag, prüfe die Regelungen zum Ersatzruhetag und eventuelle Feiertagszuschläge aus Arbeits- oder Tarifvertrag, und berücksichtige sie in deiner Personalplanung für diese Woche.

Geh nicht davon aus, dass der Dienstplan vom letzten Monat noch funktioniert: Ein Plan, der auf die Kundenfrequenz im September zugeschnitten ist, kann dazu führen, dass du zwischen 17 und 18 Uhr, wenn jetzt wenig los ist, zu viel Personal hast und zwischen 16 und 17 Uhr, wenn plötzlich mehr los ist, zu wenig. Es lohnt sich, deine Umsatzdaten der zwei Wochen vor und nach der Zeitumstellung tatsächlich auszuwerten, statt dich auf dein Bauchgefühl zu verlassen, wann „normalerweise“ viel los ist. Denk daran: Die Zeitumstellung verschiebt deinen ganzen Tag, da ist es nur logisch, auch deinen Dienstplan zu verschieben. Feiertag und Halloween können die ersten Wochen dieses Jahr verzerren, vergleiche also möglichst gleichwertige Tage.

Wenn dich dieses Hin und Her zweimal im Jahr nervt und dir die saisonalen Schwankungen bei der Nachfrage regelmäßig Kopfzerbrechen bereiten, zeigt dir unser Leitfaden zur Personalplanung in Stoßzeiten (auf Englisch), wie du einen flexiblen Dienstplan aufbaust.

Kundenfrequenz richtig messen (statt zu raten)

Der größte Fehler, den Unternehmen machen, ist nicht, am ersten Tag die falschen Öffnungszeiten oder Dienstpläne zu haben. Es ist, die Veränderung gar nicht zu bemerken, oder erst Wochen später, wenn du schon wertvollen Umsatz verloren hast, weil deine Planung nicht mehr zur Realität passt. Das passiert schnell, lässt sich aber genauso leicht vermeiden, wenn du es von Anfang an richtig angehst.

Hier kommt ein Kassensystem mit aussagekräftigen Umsatzberichten ins Spiel, das Rätselraten und Unsicherheit komplett überflüssig macht. Statt dich auf das vage Gefühl zu verlassen, dass „es diese Woche nach 17 Uhr ruhiger war“, siehst du genau, wann deine Verkäufe stattgefunden haben, Stunde für Stunde, und kannst sie direkt mit dem gleichen Zeitraum vor der Zeitumstellung vergleichen. Mit diesen Informationen griffbereit reagierst du innerhalb von Tagen auf Veränderungen statt erst nach Monaten.

Das gilt überall, wo du tätig bist. Der Großteil Europas folgt derzeit demselben Muster (Uhren im Frühling vor, im Herbst zurück), auch wenn die Zukunft der Zeitumstellung politisch offen ist. Laut einer Umfrage vom März 2026 sind 73 Prozent der Deutschen für ihre Abschaffung, doch die EU-Staaten konnten sich bislang nicht einigen. Die EU-Kommission hat sogar schon die Termine der Zeitumstellung bis 2031 festgelegt. Vorerst bleibt die Zeitumstellung also ein wiederkehrender Planungstermin, den du dir zweimal im Jahr in den Kalender eintragen solltest, statt dich jedes Mal aufs Neue überraschen zu lassen.

So arbeitet die Zeitumstellung für dich statt gegen dich

Im Geschäftsleben zählt jede Stunde, und die Zeitumstellung ist keine Kleinigkeit, die man einfach abtun kann. Sie verändert tatsächlich alle deine Abläufe: Dienstpläne, Kundenfrequenz und die Sicherheit deines Betriebs am Abend. Unternehmen, die gelassen bleiben und gezielt Anpassungen vornehmen, und zwar auf Basis echter Daten statt Vermutungen, kommen aus jeder Zeitumstellung deutlich besser heraus als die, die einfach weitermachen wie bisher.

Genau darauf kommt es an: Erfolgreich sind nicht die Betriebe mit einer besonderen Gabe, das Wetter oder die Gewohnheiten ihrer Kundschaft vorherzusagen, sondern die, die sich die Zeit nehmen, ihre eigenen Umsatzdaten anzuschauen. Damit das noch einfacher wird, enthalten die Berichte von Epos Now einen Bericht zum stündlichen Umsatzverlauf, der genau dafür gemacht ist: Veränderungen in deinen eigenen Zahlen zu erkennen, statt sie zu erraten. Wenn du dir diesen Teil deines Systems noch nie genauer angesehen hast, ist die Zeitumstellung der perfekte Anlass, damit anzufangen.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist die Zeitumstellung 2026?

In der Nacht von Samstag, den 24., auf Sonntag, den 25. Oktober 2026. Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Die nächste Umstellung folgt am Sonntag, den 28. März 2027, wenn die Uhren wieder eine Stunde vorgestellt werden.

 

 

Wirkt sich die Zeitumstellung wirklich auf mein Unternehmen aus?

Ja. Von einem Tag auf den anderen wird es eine Stunde früher dunkel, oft schon gegen 17 Uhr, und damit ändern sich die Gewohnheiten Ihrer Kundschaft. Im Einzelhandel sinkt die Kundenfrequenz nach Einbruch der Dunkelheit häufig, während Gastronomiebetriebe oft mehr Gäste haben, weil die Menschen früher ein warmes Plätzchen drinnen suchen. Ihre Dienstpläne, Öffnungszeiten und Abläufe beim Ladenschluss sollten Sie deshalb noch einmal prüfen.

 

 

 

Sollte ich meine Öffnungszeiten ändern, wenn die Uhren zurückgestellt werden?

Nicht unbedingt. Werten Sie zuerst Ihre Umsatzdaten aus. Wenn Sie in den letzten Stunden des Tages einen dauerhaften Rückgang sehen, zum Beispiel bei einem Ladenschluss um 20 Uhr, wenn es schon seit 16:30 Uhr dunkel ist, kann ein etwas früherer Ladenschluss Personal- und Energiekosten sparen. Lassen Sie die Daten entscheiden, nicht das Bauchgefühl.

 

 

 

Wen muss ich informieren, wenn ich meine Öffnungszeiten ändere?

Zuerst Ihr Team, dann Ihre Kundschaft. Aktualisieren Sie Ihr Google-Unternehmensprofil, Ihre Website und Ihre Social-Media-Kanäle, damit niemand vor verschlossener Tür steht. Das gilt besonders rund um Feiertage wie den Reformationstag.

 

 

Wie sollte die Gastronomie auf die dunkleren Abende reagieren?

Sehen Sie es als Chance. Ihr abendlicher Ansturm beginnt vielleicht früher, also sorgen Sie dafür, dass zur neuen Stoßzeit genug Personal eingeplant ist, und denken Sie über Aktionen oder Events unter der Woche nach, um noch mehr Gäste anzulocken. Halloween und das Feiertagswochenende Ende Oktober bieten dieses Jahr einen guten Anlass dafür.